Der Tag begann ruhig. Über dem Köhlerplatz lag ein heller Himmel, und zwischen den Fichten bewegte sich kaum ein Windhauch.
Der Meiler arbeitete gleichmäßig. Feine Rauchfäden stiegen aus den Zuglöchern und lösten sich langsam über den Baumwipfeln auf.
Lucas saß mit Max vor der Holzhütte. Auf dem Tisch standen zwei Becher Wasser und ein Rest des Brotes, das Friedrich am Vortag gebracht hatte.
Es sah nach einem gemütlichen Tag aus.
Max wollte Lucas später noch weitere Einzelheiten über die Köhlerei erklären. Bis dahin blieb nur der übliche Rundgang, das Prüfen der Zuglöcher und das Nachbessern der Erddecke.
Lucas lehnte sich zurück.
„Heute lässt uns der Meiler vielleicht einmal in Ruhe.“
Max blickte zu dem dunklen Hügel.
„Darauf würde ich mich nicht verlassen.“
Lucas wollte gerade antworten, als ein Schrei durch den Wald hallte.
Beide Männer fuhren herum.
Noch ein Ruf. Diesmal näher.
Zwischen den Fichten bewegte sich etwas. Zwei Gestalten rannten den schmalen Waldweg herauf. Äste schlugen gegen ihre Kleidung, und Farn wurde unter ihren Stiefeln niedergetreten.
Je näher sie kamen, desto deutlicher erkannte Lucas ihre typische Flößertracht.
Die Männer erreichten die Hütte vollkommen außer Atem. Sie versuchten zu sprechen, brachten aber nur einzelne Laute hervor.
Max trat ihnen entgegen.
„Setzt euch.“
Lucas stellte zwei Stühle bereit und schenkte Wasser ein.
„Erst trinken“, sagte Max. „Dann erzählt ihr in aller Ruhe, was passiert ist.“