Burg Zavelstein

Bad Teinach-Zavelstein · Geschichte

Burg
Zavelstein

Hoch über dem Teinachtal thront die mittelalterliche Ruine der Burg Zavelstein – ein stiller Zeuge von Jahrhunderten Geschichte, umgeben von einem der schönsten Krokusfelder Deutschlands.

Auf einen Blick

Erbaut
um 1200 n. Chr.
Höhe
ca. 600 m ü. NN
Bauherr
Grafen von Calw
Zustand
Ruine, frei zugänglich
Besonderheit
Krokusfeld · Frühling
Öffnung
Ganzjährig, kostenlos

Die Geschichte der Burg

Die Burg Zavelstein wurde um das Jahr 1200 von den Grafen von Calw erbaut und diente als wichtige Wehranlage im Nordschwarzwald. Der Name „Zavelstein" leitet sich vermutlich vom mittelhochdeutschen „Zabel" ab, was so viel wie „Spielbrett" bedeutet – ein Hinweis auf die strategisch günstige Lage des Burgfelsens.

Im 13. Jahrhundert wechselte die Burg mehrfach den Besitzer. Die Württemberger Grafen übernahmen schließlich die Herrschaft und bauten Zavelstein zu einem kleinen Städtchen aus – mit Marktrecht und eigenem Stadtsiegel. Noch heute erinnert der mittelalterliche Stadtgrundriss an diese Blütezeit.

Burg Zavelstein Ansicht

Blick von der Ruine auf das Städle Zavelstein

Der Verfall und die Krokusse

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde die Burg schwer beschädigt und danach nicht mehr aufgebaut. Der Burgherr zog ins Tal, und die Anlage verfiel langsam zur Ruine. Das Küchengärtlein des letzten Burgherrn – bepflanzt mit Krokuszwiebeln aus dem Orient – verwilderte und breitete sich über die Jahrhunderte auf der Burgwiese aus.

Was heute jedes Frühjahr hunderttausende Besucher anzieht, begann als kleiner Hausgarten. Erstmals schriftlich erwähnt wird die Krokusblüte um 1825 – damals noch als lokale Kuriosität. Heute gilt das Zavelsteiner Krokusfeld als eines der größten und ältesten Deutschlands.

Krokusblüte Zavelstein

Der kleine erhaltene Innenhof

Die Burg heute

Die Ruine ist ganzjährig frei zugänglich und bietet einen atemberaubenden Ausblick über den Nordschwarzwald. Der Aufstieg vom Dorfkern dauert nur wenige Minuten und führt durch malerische Gassen.

Besonders lohnend ist ein Besuch im März und April zur Krokusblüte – wenn das violette Blütenmeer die Burgwiese in ein einzigartiges Naturschauspiel verwandelt. Auch im Sommer und Herbst bietet die Burg mit ihrem Weitblick über Täler und Wälder ein unvergessliches Erlebnis.

Der Weg zur Burg ist Teil der Zavelstein Panoramarunde – einem leichten Wanderweg von ca. 6 km mit herrlichen Aussichten ins Teinachtal.

„Die Burg Zavelstein ist kein Museum – sie ist ein lebendiger Ort, der mit den Jahreszeiten atmet."

Hans-Jürgen & Jeanette · fotothemenwelt.de

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