Bad Teinach-Zavelstein · Naturschauspiel
Jeden Frühling verwandelt sich die Wiese rund um die Burg Zavelstein in ein violettes Blütenmeer – ein Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht und Menschen aus ganz Deutschland anzieht.
Die Geschichte der Zavelsteiner Krokusblüte beginnt im Küchengärtlein der Burg – einem kleinen Hausgarten des letzten Burgherrn von Buwinghausen. Dieser hatte um 1700 Krokuszwiebeln aus dem Orient mitgebracht und im Garten angepflanzt. Als die Burg nach 1710 nicht mehr bewohnt wurde, verwilderten die Zwiebeln und begannen sich langsam über die Burgwiese auszubreiten.
Was heutzutage jedes Frühjahr eine große Zahl von Besuchern fasziniert, war zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch kaum bekannt. So hat der hiesige Stadtführer in einem ausführlichen Gedicht über Zavelstein (1792) diese Besonderheit der Natur nicht erwähnt. Erstmals wird 1825 über die Krokusblüte berichtet.
Die Krokusblüte in voller Pracht · März
Über mehr als zwei Jahrhunderte breiteten sich die Krokusse still und unbemerkt aus. Die Zwiebeln vermehren sich durch Tochterzwiebeln und Samen – Jahr für Jahr ein kleines Stück weiter. Heute bedecken sie eine Fläche von rund zwei Hektar rund um die Burgwiese.
1841 erkannten die ersten Wiesenbesitzer den besonderen Wert des Krokusfeldes und versuchten es gewerblich zu nutzen. Doch die wahre Entdeckung als touristisches Highlight kam erst im 20. Jahrhundert – als die Straßen besser wurden und immer mehr Ausflügler in den Nordschwarzwald kamen.
Impressionen der Krokusblüte · fotothemenwelt.de
Heute ist die Zavelsteiner Krokusblüte eines der bedeutendsten Frühjahrs-Naturschauspiele in Baden-Württemberg. An den Blütehöhepunkten im März und April strömen tausende Besucher ins kleine Städtchen – und stehen oft staunend vor einem violett leuchtenden Teppich aus Hunderttausenden Blüten.
Die Blütezeit dauert je nach Witterung zwei bis vier Wochen. Bei warmem Frühlingswetter öffnen sich die Blüten in der Mittagssonne – bei Kälte schließen sie sich wieder. Ein frühmorgenlicher Besuch bei Sonnenschein ist besonders eindrücklich, wenn die Blüten gerade aufgehen und die Burgruine im Hintergrund leuchtet.
„Man muss den Moment erwischen – wenn die Morgensonne die ersten Blüten öffnet und die alte Burgmauer dahinter im Gegenlicht glüht. Dann ist Zavelstein magisch."Hans-Jürgen & Jeanette · fotothemenwelt.de
Die beste Blütezeit liegt meist zwischen Mitte März und Mitte April – je nach Witterung kann sie früher oder später beginnen. Aktuelle Informationen zur Blüte finden sich oft auf der Website der Gemeinde Bad Teinach-Zavelstein.
Parken Sie im Tal und gehen Sie die kurze Strecke hinauf ins Städtchen – der Aufstieg durch die historischen Gassen gehört zum Erlebnis dazu. Die Burgwiese ist frei zugänglich, bitte aber die Wege nicht verlassen und das Krokusfeld nicht betreten.
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