Bad Teinach · Heilbad seit dem 15. Jahrhundert
Seit über 600 Jahren strömt heilkräftiges Mineralwasser aus dem Schwarzwaldgestein – und seit ebenso langer Zeit kommen Menschen hierher, um Heilung, Erholung und Stärkung zu finden. Bad Teinach ist das kleinste Heilbad Baden-Württembergs mit einer der bewegtesten Kurgeschichten.
Der Sage nach entdeckte ein Jäger die Mineralquelle, als er der Fährte eines verwundeten Hirsches folgte. Das Wild hatte instinktiv das heilkräftige Wasser gefunden – und noch heute trägt die berühmte Quelle von Bad Teinach den Namen „Hirschquelle" zu Ehren dieser Legende.
Bereits im 15. Jahrhundert nahm das Kurbad den Badebetrieb auf. Was zunächst ein bescheidenes Heilbad war, sollte sich über die Jahrhunderte zu einem der bedeutendsten Kurорte im Nordschwarzwald entwickeln.
Therme Bad Teinach · fotothemenwelt.de
Im 17. und 18. Jahrhundert lag die Heilquelle beim Adel voll im Trend. Die bekanntesten Persönlichkeiten Europas fanden den Weg ins stille Teinachtal – und hinterließen ihre Spuren in der Geschichte des Ortes.
Der wohl spektakulärste Besuch der Geschichte: Herzog Carl Eugen reiste mit einem Gefolge von 326 Personen nach Bad Teinach – weit mehr als der Ort damals Einwohner hatte. Alle wollten von der berühmten Heilquelle profitieren.
Die erste Königin von Württemberg und Patentante von Queen Victoria besuchte zwischen 1818 und 1828 das Teinacher Bad jährlich zur Kur. Ihr zu Ehren wurden die berühmten Mathildenstaffeln angelegt – eine Treppenanlage mit über 630 Stufen, die von Bad Teinach nach Emberg führt.
Die Schwägerin Napoleons erfreute sich am Heilwasser von Bad Teinach. Ihr Besuch unterstreicht die überregionale Bedeutung des kleinen Schwarzwälder Heilbades, das selbst im europäischen Hochadel bekannt war.
Der bekannte Dichter verbrachte längere Zeit in Bad Teinach und ließ sich von der Schönheit des Teinachtals inspirieren. Zu seinen Ehren wurde ein Aussichtspunkt benannt – der Scheffelstein.
So begeistert war der Herzog von Bad Teinach, dass er sich mit einem Palais verewigen ließ, das ihm als Sommerresidenz diente – ein eindrucksvolles Zeugnis der höfischen Begeisterung für das Heilwasser.
Impressionen der Therme Bad Teinach · fotothemenwelt.de
Königin Mathilde ließ Anfang des 19. Jahrhunderts am Südhang des Unteren Embergs eine besondere Anlage errichten: Spazierwege mit steinernen Rast- und Ruheplätzen sowie die berühmten Mathildenstaffeln – eine Treppenanlage aus über 630 Sandsteinstufen, die den Hang hinauf nach Emberg führt.
Die alten, schiefen und bemoosten Treppenstufen aus Buntsandstein sind noch heute erhalten und geben dem Wanderer ein eindrucksvolles Bild vom Leben des Adels im 19. Jahrhundert. Kaum vorstellbar, dass das höfische Gefolge diese Staffeln regelmäßig emporstieg – auch wenn die Königin selbst die Anlage wohl kaum beging.
Die Mathildenstaffeln heute · fotothemenwelt.de
Während die ersten Kurgäste sich noch in einfachen Holzzubern am Heilwasser labten, hat sich Bad Teinach über die Jahrhunderte stetig weiterentwickelt. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ König Wilhelm I. von Württemberg ein Badehaus, eine Trinkhalle und ein Hotel errichten – das Ensemble erhielt den Namen „Bad-Hotel".
Heute lädt die moderne Mineral-Therme zum Entspannen ein – mit dem gleichen Heilwasser aus der Hirschquelle, das schon Herzöge und Könige anzog. Die Tradition besteht neben der Moderne, historische und zeitgenössische Architektur sind respektvoll aufeinander abgestimmt.
„Wasser heilt nicht nur den Körper – es beruhigt den Geist. In Bad Teinach spürt man beides, seit Jahrhunderten."Hans-Jürgen & Jeanette · fotothemenwelt.de
Mehr über Bad Teinach-Zavelstein entdecken
Zurück zu Zavelstein