Max und Lucas hatten die ganze Nacht durchgearbeitet.
Immer wieder waren sie um den Kohlemeiler gegangen und hatten nach den kleinen Öffnungen gesucht, aus denen noch Rauch austrat. Mit Erde verschlossen sie eine Stelle, gingen ein Stück weiter und fanden wenig später die nächste.
Die Nacht war lang gewesen.
Lucas spürte die Müdigkeit inzwischen in den Knochen. Seine Kleidung war mit Erde und Kohlestaub bedeckt, und auch sein Gesicht war wieder schwarz geworden.
Doch Max ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
Am Abend wollten sie den Kohlemeiler öffnen. Bis dahin musste er möglichst vollständig abgekühlt sein.
Wieder stieg aus einem kleinen Loch ein dünner Rauchfaden auf.
Lucas blieb stehen.
„Da ist schon wieder einer.“
Max kam langsam zu ihm.
Er betrachtete die Stelle, nahm etwas Erde und verschloss die Öffnung sorgfältig.
Dann klopfte er Lucas leicht auf die Schulter.
„Immer mit der Ruhe.“
Lucas sah seinen Großvater an.
Max lächelte.
„Ein Meiler macht nicht immer genau das, was wir wollen. Wir müssen ihn beobachten. Und wir müssen ihm Zeit geben.“
Lucas nickte.
Er wusste inzwischen, dass sein Großvater recht hatte.
Max hatte viele Meiler gesehen. Er wusste, wann man eingreifen musste – und wann es besser war, einfach abzuwarten.
Sie gingen weiter.
Hinter ihnen lag der Wald still zwischen den hohen Fichten.
Vor ihnen lag der Kohlemeiler, unter dessen Erddecke die Arbeit vieler Wochen verborgen war.
Am Abend würden sie erfahren, ob ihre Arbeit gelungen war.
Lucas sah noch einmal zu Max.
„Glaubst du, dass wir heute wirklich öffnen können?“
Max blickte auf den Meiler.
„Wenn er uns lässt.“
Lucas musste trotz seiner Müdigkeit lachen.
„Das klingt fast so, als hätte der Meiler seinen eigenen Kopf.“
Max grinste.
„Hat er auch.“
Dann nahm er seine Schaufel.
„Komm. Wir haben noch ein paar Stunden.“
Und wieder machten sich die beiden an die Arbeit.